Grußwort der Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Theresia Bauer

Liebe Leser_innen,

das Forschungsvorhaben zur Geschichte von LSBTTIQ im südwestdeutschen Raum  während des Nationalsozialismus und der frühen Jahre der Bundesrepublik liegt mir sehr am Herzen. Meine Hoffnung ist, dass wir mit diesem Projekt Licht in ein dunkles Kapitel der Vergangenheit bringen. Dies ist eine Verantwortung, die wir nicht nur gegenüber den Betroffenen selbst haben, sondern auch gegenüber deren Angehörigen und Nachkommen sowie uns als Gesellschaft.

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Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg. Quelle: Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.

Leider stoßen LSBTTIQ-Menschen auch heute noch häufig auf Unverständnis und Diskriminierung. Dagegen helfen nur fundierte Informationen und sachliche Diskussion über Identität und sexuelle Vielfalt. Diese Untersuchung, die das Unrecht der Vergangenheit aufarbeitet, leistet dazu einen wertvollen Beitrag.

Gerade heute, wo mancherorts der Ruf nach „einfachen Antworten“ ertönt, wo fremdenfeindliche, rassistische und sexistische Tonlagen über Ländergrenzen hinweg lauter werden, ist es wichtig, diesen Diskurs zu führen. Und es ist wichtig, Stimmungen mit der „Kraft der Aufklärung“ entgegenzuwirken.

Wir wollen eine starke liberale Demokratie. Und die Stärke einer liberalen Demokratie beweist sich gerade darin, wie sie mit ihren Minderheiten umgeht.

Ein großer Vorzug des Forschungsvorhabens ist, dass es mit großer Anschaulichkeit die Lebensrealitäten, die Subkulturen und das subjektive Erleben von LSBTTIQ-Menschen darstellt. Es ist bereichernd zu sehen, wie facettenreich und vielfältig Menschen und ihre individuellen Lebensentwürfe sind.

Dieses Forschungsprojekt  nennt auch Unrecht bei seinem Namen – in der Absicht, es künftig zu verhindern. Dafür bin ich sehr dankbar. Wer sich der Vergangenheit stellt, kann nur gewinnen!

Theresia Bauer MdL
Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg

Nina Reusch ist wissenschaftliche Mitarbeiterin für Public History am Historischen Institut der Universität Stuttgart.

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