Queeres Leben im NS in Ulm und im deutschen Südwesten
Vortrag von Dr. J. Noah Munier, Universität Stuttgart
8. Oktober 2026, 18:00 – 20:00 Uhr, KZ-Gedenkstätte / Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg Ulm, Eintritt frei

„Imitator“ Fredy Hilmar, Autogrammfoto um 1910. Quelle: Privatbesitz
Der Vortrag beleuchtet anhand visueller Dokumente und zahlreicher Fotos die Geschichte von Fredy Hilmar, einem Damenimitator, der_die aus der Nähe von Ulm stammte und dem Konzentrationslager nur knapp entging.
Er gibt Einblicke in das Leben der transweiblichen Anita aus der Beyerstraße, die im Verborgenen bis spätestens 1937 noch weitverzweigte Kontakte zu ihren „Mitschwestern“ pflegte. Wie lebte Anita in den Jahren der Weimarer Republik und der NS-Zeit als Transfrau? Wer unterstützte sie dabei? Und gelang es ihr selbstbestimmt zu leben? Was passierte, als die Polizei gegen sie und eine Neu-Ulmer:in ermittelte?
Im Mittelpunkt stehen geschlechternonkonforme Protagonist:innen aus Ulm und dem deutschen Südwesten, deren Lebenswelten und Verfolgungsschicksale in einen weiteren Rahmen des NS-Terrors gegen sexuelle und geschlechtliche Minderheiten eingeordnet werden.
Der Vortrag ist Teil des Rahmenprogramms der von der Präsidentin des letzten Bundestages, Bärbel Bas initiierten und von der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld ausgerichteteten Wanderausstellung „gefährdet leben. Queere Menschen 1933-1945“, die vom 30. August bis zum 6. November 2026 im Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg in Ulm gezeigt wird.
