Queer durch Tübingen und Region

Vortrag und Dia-Show von Karl-Heinz Steinle im Rahmen der Vortragsreihe

Auf Zeitreise mit dem Stadtarchiv

am 21. Mai 2019 um 19 h im Rathaus Tübingen

Der Eintritt ist frei

Quellen zu Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender, Trans- und Intersexuellen und Queers befinden sich in allen Archivbeständen. Dort sind sie jedoch oft nicht speziell gekennzeichnet, weshalb sie in der Geschichtsschreibung bislang kaum auftauchen. Dieser Frage ist auf dieser Webseite bereits Helena Gand in ihrem Beitrag Vielfältige Geschichte sammeln nachgegangen.

Streichholzbriefchen Pub 13 in Tübingen. Design: Rainer Willnauer, 1969. Foto: Karl-Heinz Steinle 2017 Stadtarchiv Tübingen.

In einem deutschlandweit einmaligen Forschungsprojekt lässt das Stadtarchiv Tübingen solche Quellen suchen: in städtischen Archiven, öffentlichen und privaten Sammlungen. Daraus entsteht eine Ausstellung zur Geschichte von LSBTTIQ in Tübingen und der Region. Die Ausstellung soll im Stadtmuseum Tübingen gezeigt werden und thematisiert Repressionen und Verfolgung ebenso wie Freundschaften und Beziehungsmodelle und den Kampf um gleiche Rechte und gleichberechtigte Teilhabe.

Karl-Heinz Steinle präsentiert im Vortrag erste Ergebnisse des Forschungsprojekts, zeigt ungewöhnliche Funde und stellt Tübingerinnen und Tübinger vor, die das queere Tübingen mitgeprägt haben.

Kennen Sie Quellen zur LSBTTIQ-Geschichte zu Tübingen und der Region? Wenden Sie sich an das Stadtarchiv Tübingen, jeder Hinweis ist willkommen!

 

 

 

Strafverfolgung der männlichen Homosexuellen im „liberalen Musterland“ Baden

Strafverfolgung der männlichen Homosexuellen im „liberalen Musterland“ Baden 1

Beitrag von Dr. Frédéric Stroh anlässlich des Gedenktages an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2019

Wozu dient eine weitere regionale Untersuchung der Verfolgung Homosexueller? Handelte es sich dabei nicht um ein nationales Phänomen? Lokale Fallstudien machen uns die Vergangenheit selbstverständlich fassbarer. Dadurch können wir ihre menschliche Dimension ermessen. Aber wären auch tatsächlich grundsätzliche lokale Besonderheiten aufzufinden? Wir Read More

„§ 175: Wenn ein Mann mit einem Mann …“ Zum Gedenken an die Opfer der Homosexuellen-Verfolgung am 27. Januar 2018 im Stadthaus Ulm

„§ 175: Wenn ein Mann mit einem Mann …“ Zum Gedenken an die Opfer der Homosexuellenverfolgung am 27. Januar 2018 im Stadthaus Ulm

von Dr. Nicola Wenge, Dr. Sabine Presuhn, Ulrich Seemüller und Josef Naßl

Zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus in Ulm

Der 27. Januar 1945 war der Tag der Befreiung des KZ- und Vernichtungslagers Auschwitz durch die Rote Armee. Der verstorbene Bundespräsident Roman Herzog erklärte diesen Tag Read More

Wiedergutmachung von Transvestiten und Damenimitatoren nach 1945

Wiedergutmachung von Transvestiten und Damenimitatoren nach 1945

von Julia Noah Munier und Karl-Heinz Steinle

Anlässlich des internationalen Transgender Day of Remembrance (TDOR), der seit Ende der 1990er Jahre am 20. November alljährlich von unterschiedlichen Aktivist_innen-Gruppen begangen wird, möchten wir aus der Perspektive der historischen Forschung zu LSBTTIQ ein bisher nicht beachtetes Thema in den Fokus unseres Blogs rücken: Die NS-Verfolgung und die anschließenden Entschädigungs- bzw. Wiedergutmachungsbemühungen von Transvestiten bzw. Damenimitatoren im deutschen Südwesten nach 1945.1 Über die Erforschung der Lebenswege und Lebensschicksale von Transvestiten und Damenimitatoren liegen bisher kaum wissenschaftliche Arbeiten vor. Read More

Vor 60 Jahren: Deutschlandpremiere von „Anders als du und ich (§ 175)“ in Stuttgart

Vor 60 Jahren: Deutschlandpremiere von Anders als du und ich (§ 175) in Stuttgart

von Dr. Julia Noah Munier

Am 30. Oktober 1957, vor 60 Jahren, feierte im Stuttgarter Gloria Palast der – ausgerechnet von NS-Starregisseur Veit Harlan verfilmte – erste westdeutsche „Homosexuellenfilm“ Anders als du und ich (§ 175) Deutschlandpremiere.1 Bereits im Vorfeld, aber auch während seiner 14-tägigen Spielzeit in Stuttgart entwickelten sich zahlreiche Konflikte um die Bewerbung des Films und der Read More

Außergewöhnlicher Aktenfund im Staatsarchiv Ludwigsburg

von Dr. des. Julia Noah Munier und Karl-Heinz Steinle

Im Zuge unseres Forschungsvorhabens „LSBTTIQ in Baden und Württemberg. Lebenswelten, Repression und Verfolgung im Nationalsozialismus und in der Bundesrepublik Deutschland“ sind im Staatsarchiv Ludwigsburg Aktenordner der Stuttgarter Kriminalpolizei der Forschung zugänglich gemacht worden, deren Inhalt – nicht nur für die Forschungen zu Baden-Württemberg – eine einzigartige Quelle darstellt.1 Read More

Selbsttötungen von LSBTTIQ als Folge gesellschaftlicher Ächtung und Verfolgung

Kirsten Plötz und Karl-Heinz Steinle zum „Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie“

In der Diskussion um die Opfer von Verfolgung und Diskriminierung im Nationalsozialismus und in der Bundesrepublik werden in der Regel jene lesbischen, schwulen, bi-, trans-, intersexuellen, transgender und queeren Menschen nicht beachtet, die ihre Lage als so aussichtslos einschätzten, dass sie den Tod wählten. Solche Selbsttötungen waren in dieser Zeit oft mit einem doppelten Tabu belegt. Verdrängt und verschwiegen wurden sie nicht nur aus Scham der Read More

Neu entdeckt: der Bühler Studienrat Otto Hug

„Was mich angeht, ich werde als ganz ungebrochenes Exemplar der Gattung Mensch in die Grube steigen.“ Otto Hug (1905–1965), ein Lebensbild

von Raimund Wolfert, Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft Berlin

Nach 1945 gelang es auf lange Zeit nicht, eine schlagkräftige und in sich geschlossene Bewegung gegen die antihomosexuelle Strafgesetzgebung in Deutschland aufzubauen und an die Verdienste der ersten deutschen Homosexuellen-Bewegung von vor 1933 anzuknüpfen. Ein Grund hierfür war das restaurative gesellschaftliche Klima, das hierzulande in der frühen Read More