Grußwort der Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Theresia Bauer

Liebe Leser_innen,

das Forschungsvorhaben zur Geschichte von LSBTTIQ im südwestdeutschen Raum  während des Nationalsozialismus und der frühen Jahre der Bundesrepublik liegt mir sehr am Herzen. Meine Hoffnung ist, dass wir mit diesem Projekt Licht in ein dunkles Kapitel der Vergangenheit bringen. Dies ist eine Verantwortung, die wir nicht nur gegenüber den Betroffenen selbst haben, sondern auch gegenüber deren Angehörigen und Nachkommen sowie uns als Gesellschaft. Read More

LSBTTIQ-Geschichte: Erkennen. Aufarbeiten. Diskutieren

„LSBTTIQ-Geschichte – Erkennen. Aufarbeiten. Diskutieren“

Veranstaltung am 7. November 2019 in Heidelberg

Anlässlich des Aktionsjahrs 2019 „Für Akzeptanz & gleiche Rechte“ lädt das Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg zusammen mit der Stadt Heidelberg und dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg am 7. November 2019 zur Veranstaltung „LSBTTIQ-Geschichte – Erkennen. Aufarbeiten. Diskutieren.“ ein.

 

 

LSBTTIQ-Geschichte – Erkennen. Aufarbeiten. Diskutieren.

Gemeinsam möchten wir Ihnen einen Einblick in die LSBTTIQ-Geschichtsaufarbeitung geben und Sie zum Austausch mit den vor Ort anwesenden Experten_innen einladen.

Zur Begrüßung wird das Rektorat der Universität Heidelberg, Bürgermeister für Umwelt, Bürgerdienste und Integration der Stadt Heidelberg, Wolfgang Erichson, sowie Wissenschaftsministerin Theresia Bauer sprechen. Auf dem Panel „LSBTTIQ-Geschichte – Erkennen. Aufarbeiten. Diskutieren.“ wird u.a. Prof. Dr. Karen Nolte, Universität Heidelberg, und Prof. Dr. Wolfram Pyta, Universität Stuttgart, die Möglichkeiten des Erinnerns und der Aufarbeitung auf Kommunal-, Landes- und Bundesebene aufzeigen und zur Diskussion stellen.

Zuvor können Sie sich in zwei parallel stattfindenden Praxisforen zur LSBTTIQ-Geschichtsaufarbeitung informieren und mit den Experten_innen ins Gespräch kommen. Fragen mit denen wir uns u.a. beschäftigen wollen sind:

  • Wie können wir die vielfältige LSBTTIQ-Geschichte sichtbar(er) machen?
  • Wie lässt sich die LSBTTIQ-Geschichte in den Schulunterricht und in die Lehrer_innenbildung aufnehmen?

Darüber hinaus haben Sie die Möglichkeit mit der Wanderausstellung „Sie machen Geschichte“ ein gelungenes Beispiel der Geschichtsaufarbeitung kennenzulernen. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Biografien von LSBTTIQ mit Bezug zu Baden-Württemberg. Die Wanderausstellung wird für Sie exklusiv am Veranstaltungstag aufgebaut und durch Karl-Heinz Steinle, Autor der Ausstellung, vorgestellt.

Programm

Wann: 7. November 2019, 16:00 – 21:00 Uhr | Wo: Rathaus und Universität Heidelberg

16:00 -17:45 Uhr | Praxisforen im großen und kleinen Rathaussaal, Marktplatz 10, 69117 Heidelberg

18:00 – 20:30 Uhr | Panel und Wanderausstellung in der Neuen Universität Heidelberg, Universitätsplatz 1, 69117 Heidelberg

 

Herzlich eingeladen sind die Community, Vertreter_innen aus Politik und Verwaltung, Pädagog_innen, Studierende sowie weitere Interessierte.

Durch die Förderung des Ministeriums für Soziales und Integration Baden-Württemberg ist die Teilnahme an der Veranstaltung kostenfrei.

Bitte melden Sie sich zu den Praxisforen per E-Mail unter LSBTTIQ@Heidelberg.de an. Eine Anmeldung zum Abendprogramm (18:00 – 21:00 Uhr) ist nicht notwendig.

Es handelt sich um eine gemeinsame Veranstaltung des Ministeriums für Soziales und Integration Baden-Württemberg, des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg sowie des Amts für Chancengleichheit der Stadt Heidelberg, die von der Familien-Forschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt durchgeführt wird.

Aktionsjahr 2019 „Für Akzeptanz & gleiche Rechte“

Mit dem Aktionsjahr 2019 möchte das Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg gemeinsam mit weiteren Ministerien, Verbänden, Institutionen, Kommunen und der Community die Sichtbarkeit von Vielfalt fördern, Präsenz zeigen, Vorbild sein und das Thema in die Öffentlichkeit tragen. Damit wird ein deutliches und klares Zeichen gesetzt gegen jede Art von Diskriminierung von lesbischen, schwulen, bisexuellen, transsexuellen, transgen-der, intersexuellen und queeren Menschen – kurz LSBTTIQ. Im Rahmen des Aktionsjahres finden in Baden-Württemberg drei regionale Akzeptanzveranstaltungen statt:

25.10.19 in Ravensburg | LSBTTIQ – Gemeinsam. Divers. Bunt.

07.11.19 in Heidelberg | LSBTTIQ-Geschichte – Erkennen. Aufarbeiten. Diskutieren.

29.11.19 in Freiburg | Vielfalt und Geschlecht – Identität. Neu. Denken.

Kontakt bei Rückfragen: Konstantin Proske, Cora Westrick | Mail: fafo-bw@stala.bwl.de | Tel. 0711/641-2886, bzw. 0711/641-2728

 

„Zukunft braucht Erinnerung“ FHG-Jahrestagung in Stuttgart

FHG-Jahrestagung am 4. und 5. Oktober 2019 in Stuttgart

Die Jahrestagung des Fachverbands Homosexualität und Geschichte e.V. (FHG) findet dieses Jahr in Stuttgart statt. Der öffentliche Teil der Jahrestagung am 4. und 5. Oktober 2019  ist eine Kooperation mit der AG Vielfalt der Initiative Lern- und Gedenkort HOTEL SILBER. Unterstützt wird die Tagung von der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, vom Netzwerk LSBTTIQ Baden-Württemberg und vom Haus der Geschichte Baden-Württemberg.

Programm – Freitag, 4.10.2019

16:00 h: Themenführung „Die Polizei im HOTEL SILBER und die Bekämpfung von Homosexualität“ durch die Dauerausstellung im HOTEL SILBER, Dorotheenstraße 10, Stuttgart. Prof. Dr. Paula Lutum-Lenger, Direktorin des Hauses der Geschichte Baden-Württemberg, und Ralf Bogen, Mitarbeiter der AG Dauerausstellung für die Initiative Lern- und Gedenkort Hotel Silber e. V., führen durch die Dauerausstellung. Treffpunkt: Besucherinformation im HOTEL SILBER (***), Dorotheenstraße 10, Stuttgart.

Die Führung ist kostenlos. Es besteht eine Begrenzung auf maximal 30 Teilnehmende je Führung. Anmeldungen bitte über fhg@invertito.de bis spätestens 27.09.2019. Bei größerer Nachfrage kann die Führung um 17:00 h erneut angeboten werden.

Programm – Samstag, 05.10.2019 Öffentliche Fachtagung

10:00 h: Beginn der Fachtagung im HOTEL SILBER, Dorotheenstraße 10, Stuttgart

10:15 h: Begrüßung/Organisatorisches Ralf Bogen, AG Vielfalt der Initiative Lern- und Gedenkort HOTEL SILBER. Begrüßun und Moderation: Karl-Heinz Steinle, Mitglied im Vorstand Fachverband Homosexualität und Geschichte, Angela Jäger, Sprechendenrat des Netzwerks LSBTTIQ Baden-Württemberg

10:30 h: Dr. des. Sabrina Mittermeier, Augsburg: LSBTTIQ Public History in der Bundesrepublik Deutschland und den USA 1969-2016

11:15 h: Janka Kluge, Stuttgart: Von der Sichtbarkeit zur Unsichtbarkeit und wieder zurück – zur Geschichte der Emanzipationsbewegung transsexueller Menschen

12:00 h: Ilona Scheidle, Mannheim: Bekämpftes / umkämpftes Gedenken – eine Geschichte zur „Lesbengedenkkugel“ in der Mahn- und Gedenkstätte Frauenkonzentrationslager Ravensbrück

Mittagspause

14:15 h: Dr. Julia Noah Munier, München: Die Homophilenbewegung im deutschen Südwesten als Akteur der Anerkennung

15:00 h: Cynthia Sadler, Mannheim: Eine Annäherung an Formen weiblichen gleichgeschlechtlichen Begehrens: Paris – Wien im 18. Jahrhundert

kurze Pause

16:00 h: Artur Reinhard, Tübingen: Fall eines Tübinger Studenten, der in den 1950er Jahren wegen zwei §175 StGB-Verstößen der Universität verwiesen wurde

16:45 h: Erfolge, Defizite und Perspektiven der Aufarbeitung und Darstellung der vielfältigen LSBTTIQ-Geschichte. Resümee und Erfahrungsaustausch aller Fachtagungs-Teilnehmenden

17:30 h: Ende der öffentlichen Fachtagung am Veranstaltungsort HOTEL SILBER

Abendveranstaltung in der Weissenburg. Zentrum LSBTTIQ Stuttgart, Weissenburgstr, 28, Stuttgart (geöffnet ab 18:00 h, Abendessen wird angeboten)

20:00 h: Neue Wege zur Sichtbarkeit der vielfältigen LSBTTIQ-Geschichte. Filmausschnitte und Gespräch mit Philine Pastenaci und Sissy that Talk. Moderation: Sven Tröndle (Weissenburg/Schwulst)

(***) Das HOTEL SILBER war ehemals Sitz der Geheimen Staatspolizei von Württemberg und Hohenzollern sowie nach 1945 Sitz der Stuttgarter Kriminalpolizei. In dem einstigen Ort des NS-Terrors entstand als Bürgerbeteiligungsprojekt ein Ort des historisch-politischen Lernens und Begegnung. Die Ausstellung und verschiedene Veranstaltungen beschäftigen sich mit Tätern und ihren Opfern, mit der Institution Polizei und ihrer Rolle in drei politischen Systemen. Der Geschichtsort wurde am 3.12.2018 eröffnet und ist Teil des Haus der Geschichte Baden-Württembergs. Weitere Infos: https://www.geschichtsort-hotel-silber.de

Stadtführung „Le(s)ben in Tübingen“

„Le(s)ben in Tübingen. Spuren einer unsichtbaren Stadtgeschichte“

Stadtführung am Montag, 9. September 2019, 17h

Im Rahmen der kostenlosen öffentlichen Stadtführungen „Kennen Sie Tübingen?“ für Einheimische und Gäste begeben sich Aktive des Bildungszentrums und Archivs zur Frauengeschichte Baden-Württembergs e.V. (baf) am Montag, den 9. September 2019 um 17 Uhr auf die Spuren einer unsichtbaren Stadtgeschichte. Treffpunkt für die Führung ist das Tübinger Rathaus.

Schaufenster des Frauenbuchladens Thalaestris in der Bursagasse 2 in der Tübinger Altstadt. Fotografie 1983. Quelle: Bildungszentrum und Archiv zur Frauengeschichte Baden-Württembergs e.V. (baf e.V.), Tübingen

Zur Tübinger Stadtgeschichte gehören auch Frauen, die mit Frauen leb(t)en. Das klingt banal. Nicht banal ist, dass ihre Geschichte noch nicht den Weg ins kollektive Gedächtnis gefunden hat.Der Rundgang zeigt Leerstellen in der Stadtgeschichte und füllt sie mit ersten Inhalten. So werden frauenliebende Frauen aus der Unsichtbarkeit geholt und historische Ablagerungen neu durchdrungen.In der Altstadt geht es zu wichtigen Orten der (noch zu schreibenden) Lesbengeschichte. Aktive des baf e.V. suchen Spuren der Emanzipation und Subkultur und stellen Modelle weiblicher Selbstermächtigung vor. Zeitzeuginnen erzählen von unsichtbaren Lebenswelten und Wegen in die Sichtbarkeit.

Zum Ausklang der Führung sind alle eingeladen ins Bildungszentrum und Archiv zur Frauengeschichte Baden-Württembergs baf e.V. in der Rümelinstr. 2

Queer durch Tübingen und Region

Vortrag und Dia-Show von Karl-Heinz Steinle im Rahmen der Vortragsreihe

Auf Zeitreise mit dem Stadtarchiv

am 21. Mai 2019 um 19 h im Rathaus Tübingen

Der Eintritt ist frei

Quellen zu Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender, Trans- und Intersexuellen und Queers befinden sich in allen Archivbeständen. Dort sind sie jedoch oft nicht speziell gekennzeichnet, weshalb sie in der Geschichtsschreibung bislang kaum auftauchen. Dieser Frage ist auf dieser Webseite bereits Helena Gand in ihrem Beitrag Vielfältige Geschichte sammeln nachgegangen.

Streichholzbriefchen Pub 13 in Tübingen. Design: Rainer Willnauer, 1969. Foto: Karl-Heinz Steinle 2017 Stadtarchiv Tübingen.

In einem deutschlandweit einmaligen Forschungsprojekt lässt das Stadtarchiv Tübingen solche Quellen suchen: in städtischen Archiven, öffentlichen und privaten Sammlungen. Daraus entsteht eine Ausstellung zur Geschichte von LSBTTIQ in Tübingen und der Region. Die Ausstellung soll im Stadtmuseum Tübingen gezeigt werden und thematisiert Repressionen und Verfolgung ebenso wie Freundschaften und Beziehungsmodelle und den Kampf um gleiche Rechte und gleichberechtigte Teilhabe.

Karl-Heinz Steinle präsentiert im Vortrag erste Ergebnisse des Forschungsprojekts, zeigt ungewöhnliche Funde und stellt Tübingerinnen und Tübinger vor, die das queere Tübingen mitgeprägt haben.

Kennen Sie Quellen zur LSBTTIQ-Geschichte zu Tübingen und der Region? Wenden Sie sich an das Stadtarchiv Tübingen, jeder Hinweis ist willkommen!

 

 

 

Strafverfolgung der männlichen Homosexuellen im „liberalen Musterland“ Baden

Strafverfolgung der männlichen Homosexuellen im „liberalen Musterland“ Baden 1

Beitrag von Dr. Frédéric Stroh anlässlich des Gedenktages an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2019

Wozu dient eine weitere regionale Untersuchung der Verfolgung Homosexueller? Handelte es sich dabei nicht um ein nationales Phänomen? Lokale Fallstudien machen uns die Vergangenheit selbstverständlich fassbarer. Dadurch können wir ihre menschliche Dimension ermessen. Aber wären auch tatsächlich grundsätzliche lokale Besonderheiten aufzufinden? Wir Read More

„§ 175: Wenn ein Mann mit einem Mann …“ Zum Gedenken an die Opfer der Homosexuellen-Verfolgung am 27. Januar 2018 im Stadthaus Ulm

„§ 175: Wenn ein Mann mit einem Mann …“ Zum Gedenken an die Opfer der Homosexuellenverfolgung am 27. Januar 2018 im Stadthaus Ulm

von Dr. Nicola Wenge, Dr. Sabine Presuhn, Ulrich Seemüller und Josef Naßl

Zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus in Ulm

Der 27. Januar 1945 war der Tag der Befreiung des KZ- und Vernichtungslagers Auschwitz durch die Rote Armee. Der verstorbene Bundespräsident Roman Herzog erklärte diesen Tag Read More