Freundinnen und Lebensgefährtinnen: Anna Schieber (1867-1945) und Marie Cauer (1861-1950)

Freundinnen und Lebensgefährtinnen: Anna Schieber (1867-1945) und Marie Cauer (1861-1950)

Von Andrea Rottmann, Historikerin und Kulturwissenschaftlerin, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt „Menschenrechte, queere Geschlechter und Sexualitäten seit den 1970er Jahren“ an der Freien Universität Berlin

Hinweis: Dieser Text entstand für das Forschungs- und Ausstellungsprojekt „Queer durch Tübingen“ und ist zuerst im Katalog zur Ausstellung erschienen, der hier erhältlich ist.

Als im Juni 1950 in Stuttgart-Leonberg die Pionierin der Krankenpflege Marie Cauer im Alter von 89 Jahren starb, fehlte in keinem Nachruf die Erinnerung an ihre „liebste Freundin“, die „treue Lebensgefährtin“, mit der sie eine „Arbeits-, Lebens- und Liebesgemeinschaft“ verbunden habe: die Dichterin Anna Schieber.1 Die Freundin war schon fünf Jahre vorher verstorben, im Juli 1945 im letzten gemeinsamen Domizil in Tübingen. Hier hatten die beiden Frauen nicht nur das letzte Kriegsjahr verbracht, nachdem ihr Haus in Stuttgart-Degerloch nach Bombeneinschlag unbewohnbar geworden war. In Tübingen hatten sie auch schon seit 1927 ein Gartenhäuschen, das ein wichtiger Schaffensort für Anna Schieber geworden war. Dorthin kam sie, um in Ruhe zu schreiben, und vermutlich ist ein beträchtlicher Teil ihrer Bücher hier entstanden. Beide Frauen waren in ihren Tätigkeitsfeldern enorm erfolgreich: Marie Cauer war Leiterin eines Krankenhauses, führendes Mitglied des Verbands der Pflegerinnen in Deutschland, und veröffentlichte Artikel und Handbücher über Praxis und Theorie der Krankenpflege. Anna Schieber war im ganzen deutschsprachigen Raum bekannt, ihre Romane, Geschichten und Gedichte erreichten Auflagen von Hunderttausenden. Wer waren die beiden Frauen, die heute fast vergessen sind, und was hat sie verbunden? Waren sie ein lesbisches Paar? Und welche Rolle hat Tübingen für sie gespielt?

Anna Schieber: Von der Kindheit zur Schriftstellerinnenkarriere

Anna Schieber kam am 12. Dezember 1867 in Esslingen als Tochter von Friederike Schieber, geborene Schmid, und dem Küfnermeister Gottlob Jakob Schieber auf die Welt.2 Sie war eines von 15 Geschwistern, von denen sechs noch im Kindesalter starben. Während ihre Brüder einen Beruf erlernten, endete ihr formaler Bildungsweg nach sieben Jahren Volksschule. Mit der für Mädchen obligatorischen Handarbeit hatte sie sich in der „Strickschule“ schwergetan, lieber machte sie Klingelstreiche mit ihren Brüdern oder erzählte selbst erfundene Geschichten. Nach dem Tod der Eltern kam Anna Schieber ab 1893 als Gehilfin im Kunsthaus Schaller in Stuttgart selbst für ihren Lebensunterhalt auf.

Die Arbeit machte ihr Spaß: von ihrem Chef lernte sie viel über Kunst, den Kontakt mit Kund*innen genoss sie. Eine schwere Lungenerkrankung zwang sie jedoch, die Stelle aufzugeben, die erste von mehreren schweren Erkrankungen an Körper und Seele, die sie zeitlebens immer wieder aus dem tätigen Leben reißen sollten. Während der langen Rekonvaleszenz in einem Schwarzwalddorf kam sie aber zum ersten Mal zum Schreiben und veröffentlichte 1897, knapp dreißig Jahre alt, erste Geschichten, diese noch unter Pseudonym. Nach dem großen Erfolg dieser Publikationen kam ihr erster Roman unter ihrem eigenen Namen heraus. „Alle guten Geister“, erschienen 1905, wurde ein Bestseller: 1920 erschien die hundertste Auflage, der aber auch noch weitere folgten.3 Damit war Schieber als Autorin etabliert. Ihre Geschichten, Gedichte und Romane spielten in ihrer schwäbischen Heimat, zum Teil integrierte sie die Mundart in ihre Texte. Trotzdem sprach sie Leser*innen auch jenseits der Region an, die ihre Bücher auch als praktische Lebenshilfe schätzten.4

 

Anna Schieber auf einem undatierten Bild, vielleicht während ihrer Zeit im Kunsthaus Schaller in Stuttgart. Privatbesitz, Repro Stadtarchiv Tübingen, D 150/007-090 Schieber.

Die Jahre nach diesem ersten großen schriftstellerischen Erfolg waren für Anna Schieber durch eine ungeheure Produktivität, aber auch durch persönliche Katastrophen geprägt. „Alle guten Geister“ war in Uhingen nahe Göppingen entstanden, wo sie seit 1902 bei der Pfarrersfamilie Albrecht ein Zimmer gemietet hatte, um sich in Ruhe dem Schreiben widmen zu können. Dort lernte sie den Sohn der Familie, den Theologen Friedrich Albrecht kennen. Die beiden kamen sich näher, auch über Schiebers schriftstellerische Arbeit. Als sie in einer Schaffenskrise das Manuskript von „Alle guten Geister“ ins Feuer werfen wollte, bat er sie, den Text noch lesen zu dürfen und gab ihr damit die Zeit, sich zu besinnen und auf neue Gedanken zu kommen. Weihnachten 1907 verlobten die beiden sich. Friedrich Albrecht starb jedoch nur wenige Wochen später an einer Blinddarmentzündung. Anna Schieber trug den Verlobungsring bis ans Ende ihres Lebens. Nach dem Verlust des Verlobten gab sie alle Hoffnungen auf, noch zu heiraten.5

Werke von Anna Schieber im Stadtarchiv Tübingen, Fotografie 2021.

Pflegemutter für Vera, Tochter einer indonesisch-deutschen Beziehung

Ganz unerwartet wurde Anna Schieber aber mit Mitte 40 doch noch Mutter: sie nahm die Tochter einer Indonesierin und eines deutschen Kaufmanns, die im damals unter niederländischer Kolonialherrschaft stehenden Indonesien, genannt Niederländisch-Indien, geboren wurde, als Pflegekind auf. Vera, so schrieb sie in ihrer 1935 erschienenen Autobiografie „Wachstum und Wandlung“, war fünfeinhalb Jahre alt, als sie 1912 zu Anna Schieber kam, die zu dem Zeitpunkt in einem Schwarzwalddorf lebte. Ihre Mutter „ist Javaneserin und ist nicht die Frau von Veras Vater. Und das Kind soll sie möglichst bald vergessen. Der Vater hat die Mammi vor einiger Zeit ‚ins Innere‘ geschickt. […] Er will das Kind in Deutschland erziehen lassen und ‚etwas aus ihm machen.‘ Was machen? Weiß ich’s? Es kann doch nur es selber werden.“6

Aus dem letzten Satz spricht Anna Schiebers liberale Auffassung von Kindererziehung. Sie ließ Vera ihre eigenen Erfahrungen machen, mit anderen Kindern auf der Straße herumtollen, durch Wälder und Wiesen streifen und Tiere beobachten. Als das Kind sich wünscht, „blond und blauäugig zu sein wie Erika“, ihre Freundin, versichert sie ihr: „Ich habe dich so lieb, wie du bist, du mußt nicht anders sein wollen. Ich will nicht Erika haben, ich will gerne Vera haben.“7 Gleichzeitig wird in Schiebers Schilderung deutlich, dass sie rassistischen Vorstellungen anhing, nach denen ein Mensch, der „halb und halb“ war, dessen Eltern also unterschiedliche Hautfarben hatten, nicht „ganz“ sein konnte, dem etwas fehlte.8 Trotzdem liebte sie die Pflegetochter wohl wie ihr eigenes Kind, beschrieb ihre gemeinsame Zeit wie eine Geburt: „Ich habe dich durch mich hindurchgeboren, und du lebtest in mir.“9 Nach zwei Jahren entzog Veras deutsche Familie sie wieder der Obhut von Schieber. Ihre Erziehungsmethoden waren ihnen zu liberal. „Wir haben es uns überlegt,“ schrieb die Tante an sie, „Vera muß in eine andere Umgebung kommen, eine Umgebung, in der die Ergebnisse der Zivilisation […] vollständiger und selbstverständlicher in Gebrauch sind.“10

Die dramatische Trennung der beiden – Vera weigerte sich mit Händen und Füßen, sich von ihrer Pflegemutter zu verabschieden – schildert Anna Schieber in nur wenigen Sätzen. Am Schluss des Vera-Kapitels reflektiert sie die erste gewaltsame Trennung, die dem Kind und seiner leiblichen Mutter angetan wurde. „Ich muß hie und da an eine fremde farbige Frau im fernen Lande denken. Man hat ihr das Kind weggenommen, das Kind ihres Leibes, und hat sie ‚ins Innere‘ geschickt. Vera sagte einmal mit ihrem nachdenklich grübelnden Gesichtsausdruck: ‚Tante Charlotte sagt, meine Mammi sei beim lieben Gott, aber ich glaube, sie ist noch in Indien.‘ Es ist so eine Sache mit dem Vergessen. Wer kann wissen, wie es damit bei Veras Mammi aussieht!“11 Anna Schieber vergaß Vera nie; ihr Foto stand auf ihrem Schreibtisch, wohl bis zum Ende ihres Lebens. Das Schicksal von Veras leiblicher Mutter ist nicht erforscht, ebensowenig wie der weitere Verlauf von Veras Leben.

Marie Cauer tritt in Anna Schiebers Leben

Doch vor diesem zweiten schweren Verlust kam 1913 ein großer Gewinn in Anna Schiebers Leben. In diesem Jahr traf sie zum ersten Mal Marie Cauer, die Frau, mit der sie fast dreißig Jahre zusammenleben sollte. Die beiden lernten sich in San Remo kennen, im Kaiser-Friedrich-Krankenhaus, das Marie Cauer leitete. San Remo, an der norditalienischen Mittelmeerküste unweit der Grenze zu Frankreich gelegen, war seit dem späten 19. Jahrhundert ein beliebter Kurort. Patient*innen aus ganz Europa kamen in den Wintermonaten, vor allem um Lungen- und Atemwegserkrankungen auszukurieren.12 Hier gründete die Krankenpflegerin und Hebamme Marie Cauer im Jahr 1890, mit noch nicht ganz dreißig Jahren, das Kaiser-Friedrich-Krankenhaus. Sie leitete es als Oberin, bis der Ausbruch des Ersten Weltkrieges sie zwang, Italien zu verlassen.

Cauer, geboren am 2. Januar 1861 in Breslau, wuchs in einer norddeutschen Gelehrtenfamilie auf.13 Ihr Vater Eduard Cauer war Historiker und Pädagoge, ihre Stiefmutter war Minna Cauer, die später eine der wichtigsten Protagonistinnen der Frauenbewegung in Deutschland wurde. Auch wenn Marie sich mit der Stiefmutter als Kind nicht gut verstand, veröffentlichte sie als erwachsene Frau Artikel in der von Minna Cauer herausgegebenen Zeitschrift „Die Frauenbewegung“.14 Sie nutzte ihre familiäre Verbindung zu Minna Cauer auch, um die Professionalisierung der Krankenpflege zu einem Thema der Frauenbewegung zu machen. Denn Marie Cauer war einerseits Praktikerin, die das Krankenhaus in San Remo aufbaute, die Geschäfte führte, sich um Personal und Patient*innen kümmerte. Andererseits war sie auch Theoretikerin und politische Akteurin. In den Sommermonaten, in denen das Krankenhaus geschlossen hatte, veröffentlichte sie Artikel zu Aspekten des Pflegeberufs in deutschen, französischen und schweizerischen Fachjournalen, in denen sie die aus ihrer Arbeit erworbenen Kenntnisse weitergab.15

1902 setzte sie mit Mitstreiterinnen das Thema Pflege auf die Tagesordnung der Generalversammlung des „Allgemeinen deutschen Frauenvereins“, wo dann die ersten Anträge auf gesetzliche Regelung der Krankenpflegeausbildung in Deutschland beschlossen wurden. 1903 war Marie Cauer eine von vier Frauen, die die „Berufsorganisation der Krankenpflegerinnen Deutschlands“ gründete, die später nach ihrer langjährigen Leiterin „Agnes-Karll-Verband“ hieß und bis heute als „Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe“ existiert.16

Anna Schieber kam 1913 als Begleiterin einer kranken Freundin nach San Remo. Marie Cauer kannte die Schriftstellerin bereits aus der Lektüre ihrer Bücher. „Wir waren nach wenigen Augenblicken miteinander ‚in der Mitte‘. Es war, als ob wir uns lange gekannt hätten,“ so beschrieb Schieber rückblickend das erste Treffen, dem aber zunächst keine weiteren folgten.17 Erst 1916 trafen sie sich zufällig in einem Kriegslazarett in Freiburg i. Br. wieder, in dem Schieber freiwillig Kriegsversehrte pflegte, als Cauer als neue Leiterin erschien.

Das Wiedersehen schilderte Schieber in ihren Memoiren, „in etwas dramatisierter Aufmachung“18, wie die nüchternere Marie Cauer später schrieb: von der Vorfreude, die ihr angekündigte alte Bekannte wiederzusehen, über die Begegnung im Treppenhaus des Lazaretts, die distanzierte, kühle Begrüßung, mit der Cauer auf ihre überschwängliche Wiedersehensfreude reagierte, ihre tiefe Enttäuschung und Trotzreaktion und schließlich das glückliche Ende, nachdem Cauer sich den Respekt aller Krankenpflegerinnen der Einrichtung erarbeitet hatte und ihre Zuneigung für Schieber nicht mehr als Bevorzugung erscheinen konnte: „Als es aber so weit war, hatten die beiden alten Bekannten aus dem Jahr vor dem Krieg längst zusammengefunden. Davon ist nicht zu sagen, es ist eine heimliche Sache, wie von einem Stern her, wie ein Wiedersehen nach tausend Jahren.“19

Schieber selbst war nicht gesund genug, um lange im Lazarett arbeiten zu können. Bei einem Erholungsaufenthalt im Schwarzwald, zu dem sie von Marie Cauer begleitet wurde, verfestigte sich der Plan, in Zukunft zusammen zu leben. Marie Cauer schrieb dazu in einem Text, den sie wohl zu Anna Schiebers Begräbnis verfasste: „So haben wir dort oben im Schnee einige gute Tage mitsammen gehabt und genossen es sehr, anders als bisher nur in abgerissenen Viertelstunden einander gehören zu dürfen. Vorher schon war der Plan, später zusammen zu bleiben, gefaßt worden. Den Vorschlag dazu habe ich meinerseits gemacht, und sie hatte nur zögernd mir zugestimmt, hatte mir allerlei Schwierigkeiten, die es für mich bedeuten würde, aufgezeigt.“20 Cauer ließ sich davon jedoch nicht entmutigen. Die beiden zogen zusammen und lebten zunächst in Alpirsbach, ab Sommer 1917 in Stuttgart. 1918 kauften sie in Stuttgart-Degerloch ein Haus in der Kirchheimer Str. 1b, heute Jahnstr. 23.21 Dort lebten sie zusammen bis 1944, als ein Bombeneinschlag das Haus unbewohnbar machte und sie gemeinsam nach Tübingen zogen.

Politische und kulturelle Teilhabe der Freundinnen in der Weimarer Republik

Die Stuttgarter Jahre, wo sie das Ende des Ersten Weltkriegs, die Gründung des freien Volksstaats Württemberg und der Weimarer Republik, die Inflation, die Weltwirtschaftskrise, die Machtübernahme der Nationalsozialisten und den Zweiten Weltkrieg erlebten, waren für beide Frauen eine aufregende und produktive Zeit. Trotz Schiebers gesundheitlicher Probleme nahmen die beiden intensiv am gesellschaftlichen Leben teil, empfingen Besuch, besuchten noch in den letzten Kriegsmonaten des Ersten Weltkriegs Vorträge, Konferenzen und Lesungen und arbeiteten an Buchprojekten.22 Bei Kriegsende positionierten sie sich politisch. Anna Schieber veröffentlichte im November 1918 im Auftrag des Nationalen Frauendienstes Stuttgart den Aufruf „An alle Frauen!“: „Wir waren bisher gewöhnt, die Obrigkeit für uns sorgen zu lassen […]. Das ist jetzt anders. Wir sind ein Volksstaat geworden, der sich selbst regiert. Das bringt Pflichten für uns, nicht nur Rechte. Wir müssen nun versuchen, im Verein mit den Männern, die der Volkswille zur Regierung gebracht hat, durch unsere Notzeit hindurch zu kommen.“23

Marie Cauer schrieb an ihre Familie vom „große[n] Glück, daß ich mit Anna so übereinstimme. […] Wo nun alles sich wandelt und so viel Neues eine Stellungnahme verlangt, wie hätte es da so leicht sein können, daß wir verschieden dabei empfinden und was wäre das für eine Erschwerung in dieser ohnehin so schweren Zeit […]. [Wir] merken dabei erst, wir leichtsinnig wir doch gewesen sind, uns nach so kurzer Bekanntschaft und in einer Zeit, die oft die ältesten Freundschaftsverhältnisse erschüttert, so nah zusammenzuschließen. Daß nun der Leichtsinn zu so gutem Ende geführt hat, wird uns erst jetzt in seiner ganzen Bedeutung klar.“ Weiter schrieb sie über ihre gemeinsame Arbeit in der politischen Bildung von Frauen: „Die Sozialdemokraten und das Zentrum haben ihre Wählerinnen am Bändel. Die Frauen unserer Kreise aber“ – damit meinte sie vermutlich bürgerliche evangelische Frauen – „müssen erst auf die Wichtigkeit ihrer Beteiligung aufmerksam gemacht werden. Denn der Ausgang der Wahlen wird entscheidend sein für die künftige Staatsgestaltung und auch für die Rolle, die der Frau dabei zufällt.“24

Gemeinsam trat das Paar der liberalen Deutschen Demokratischen Partei bei, und mit ihrem Vortrag „Bekenntnis zur neuen Zeit“ positionierte sich Schieber klar als Unterstützerin der Weimarer Republik.25 Während Marie Cauer sich bis in die frühen 1930er Jahre in der Partei engagierte, zog sich Anna Schieber bald wieder aus der parteipolitischen Arbeit zurück.26 Trotzdem interessierte sich sich weiterhin für politische und kulturelle Entwicklungen, die sie u.a. im Stuttgarter „Literarischem Club“, zu dem sie wie auch der Mundartdichter August Lämmle und der spätere Bundespräsident Theodor Heuss gehörten, diskutierte. Sie stand im Austausch mit namhaften Theologen und anderen geistigen Arbeiter*innen wie der Frauenrechtlerin Marianne Weber und ihrem Mann, dem Soziologen Max Weber sowie dem bekannten Psychiater Hans Prinzhorn.27 Im Jahr 1927 gelang es Anna Schieber, sich einen schon lang gehegten Wunsch zu erfüllen, einen ländlichen Rückzugsort vom Trubel des gemeinsamen Degerlocher Haushalts. In Tübingen konnte sie auf dem großen Grundstück einer Freundin im damals noch abgelegenen Rotbad 38 eine Blockhütte bauen, die forthin „für Annas Arbeitsmöglichkeit unschätzbar“ wurde, wie Marie Cauer sich erinnerte.28 Auch in Tübingen suchte sie den intellektuellen Austausch. Ihre Beziehungen hier sind noch nicht erforscht. Bekannt ist aber, dass sie mit dem Philosophen Theodor Haering (1884-1964) befreundet war. Heute befindet sich sein Grab auf dem Tübinger Stadtfriedhof direkt neben ihrem.

Nationalsozialismus

Theodor Haering wurde später überzeugter und aktiver Nationalsozialist. Auf Anna Schieber und Marie Cauer trifft das nicht zu, auch wenn beide Frauen den neuen Machthabern zunächst wohl offen gegenüberstanden, von der NSDAP vereinnahmt wurden und während des Dritten Reichs hohe Auszeichnungen erhielten.29 Anna Schieber wurde für ihre 1935 erschienene Autobiografie „Wachstum und Wandlung“ 1936 der Schwäbische Dichterpreis verliehen. In der Laudatio wurde sie als eine „warmherzige Künderin edler deutscher Mütterlichkeit“ gewürdigt.30 Das Buch, aus dem in diesem Text bereits mehrfach zitiert wurde, steckt voller Ausdrücke, die heutige Leser*innen mit nationalsozialistischer Sprache assoziieren. Sarah Leicht, die Anna Schieber für die Ausstellung „Der ‚Schwäbische Dichterkreis‘ von 1938 und seine Entnazifizierung“ porträtiert hat, urteilt jedoch, dass sie immer ihrer eigenwilligen Interpretation der Welt treu blieb.

Ihre Liebe zu „Heimat“, „Volk“ und „Vaterland“ sei wesentlich für ihr Leben gewesen, ihre Suche nach Gemeinschaft sei aber nie mit dem Ausschluss und der Herabsetzung Anderer einher gegangen, die die nationalsozialistische „Volksgemeinschaft“ kennzeichneten. Das Reich, das sie in dem Kapitel „Heim ins Reich“ beschreibe, sei nicht das Deutsche Reich, sondern das Reich Gottes.31 Marie Cauers Leitfaden für die berufsethische Erziehung in Krankenpflegeschulen erschien zu ihrem 80. Geburtstag 1940 und fand, so das Stuttgarter Tagblatt, „eine sehr gute Beurteilung durch die zuständigen staatlichen Stellen.“32 Zu ihrem 80. Geburtstag gratulierte nicht nur der württembergische Innenminister, der ihr wünschte, „noch lange selbst die nun unter der nationalsozialistischen Staatsführung zur Reife kommenden Früchte Ihrer Lebensarbeit mit zu ernten.“33 Auch das Reichsinnenministerium sandte Glückwünsche und eine Ehrengabe von 300 Reichsmark.34 1941 erhielt Marie Cauer das „vom Führer verliehene Ehrenzeichen für deutsche Volkspflege 3. Stufe“.35 All diese Auszeichnungen empfing Cauer dankend. Eine kritische Beurteilung ihrer Haltung und ihres Handelns im Nationalsozialismus steht noch aus.

Scan aus einem privatem Album. Links oben Anna Schieber, rechts oben Marie Cauer und Anna Schieber, in der Mitte und rechts das Häuschen von Anna Schieber im Tübinger Rotbad 38, unten rechts das Tropengenesungsheim, in dem Schieber starb. Repro Stadtarchiv Tübingen.

Lebensende

Anna Schieber starb am 7. Juli 1945 im Tropengenesungsheim in Tübingen, in unmittelbarer Nähe ihrer Blockhütte im Rotbad.36 Im Tropengenesungsheim war sie „zu einer notwendig gewordenen Insulinkur“, so schrieb sie noch am 2. Juli in einem Brief.37 Auf dem standesamtlichen Todesvermerk wird als Todesursache „chronische Bronchitis, Herzmuskelschwäche, Herzschwäche“ angegeben.38 Einige Biografien behaupten, sie habe ihr Leben selbst beendet.39 Das scheint vorstellbar angesichts ihrer schweren Depression, die sie in ihren letzten Lebensjahren besonders quälte. Der Verlust des Degerlocher Hauses durch Bomben traf sie schwer, an einen Freund schrieb sie: „Mein Leben ist nach der Zerstörung meiner schönen Heimat in Degerloch nun immer in einer Fremde und ohne Wurzelhaftigkeit. Das ist in meinem Alter genug, um das Schaffende völlig schweigen zu lassen.“40

In Tübingen wurde den beiden Frauen 1944 noch eine Wohnung in der Keplerstr. 11 zugewiesen, die Schieber aber als „trübe, feuchtkalt und zwischen ähnlichen Häusern eingeklemmt“ beschrieb.41 Auch vermisste sie das gesellige Leben, das ihren Stuttgarter Haushalt gekennzeichnet hatte, zumal Marie Cauers Gehör sich dramatisch verschlechterte und sie als Gesprächspartnerin weniger verfügbar war. „Dadurch fällt manches aus, woran sie so sehr gewöhnt war, und was ihr unentbehrlich scheint, der stete Gedankenaustausch mit mir,“ so schrieb Cauer im Frühling 1945 an ihre Nichte.42 In dem Brief, an dem sie von April bis Ende Juli weiterschrieb, da die Post im Chaos des Kriegsendes nicht mehr arbeitete, äußerte sie auch ihre Angst, die Gefährtin könnte Suizid begehen. „Ob das so lange schon Gefürchtete immer noch verhütbar sein wird, weiß ich nicht. Sie leidet sehr, ist oft ganz verzweifelt, will einfach nicht mehr.“

Ihr Unglücklichsein richtete Schieber zum Teil auch gegen ihre Freundin, dachte sogar über eine Trennung nach. Nachdem die Ausgangssperren der Besatzungsbehörde wieder etwas gelockert wurden und Schieber abends wieder andere Menschen treffen konnte, besserte sich ihr Zustand jedoch wieder. Ende Juni 1945 ging sie ins Tropengenesungsheim Tübingen, um ihre Depression mit Insulin behandeln zu lassen.

Die Insulinschocktherapie war um die Mitte des 20. Jahrhunderts eine anerkannte Therapieform zur Bekämpfung von Depressionen. Während der Therapie besuchte sie abends noch Marie Cauer in der gemeinsamen Wohnung und schrieb noch am 2. Juli 1945 an die Wohnungsbehörde, um einen Umzug in eine andere Wohnung zu erwirken. „Sie wissen, wie sehr meine Gesundheit und jede Schaffens- und Lebensmöglichkeit durch die ganz ungeeignete Wohnung, die ja von Anfang an auf einen Tausch hin mir zugeteilt war, gelitten hat, und wie sehr ich statt jeden anderen Hilfsmittels auf eine bessere Wohnlage und Atmosphäre angewiesen bin. Ich kann wohl ohne jede Übertreibung sagen, daß es sich dabei um eine Lebenshilfe ernstlichster Art handeln würde.”43 Aus diesen Zeilen spricht einerseits die Verzweiflung, in der sich Anna Schieber befand, andererseits gab es gerade Aussicht auf einen Umzug in eine andere, geräumigere Wohnung und damit Grund zur Hoffnung. Es scheint daher auch plausibel, dass sie als Folge der Insulinbehandlung oder einer anderen Erkrankung verstarb. Anna Schieber wurde am 11. Juli 1945 auf dem Tübinger Stadtfriedhof bestattet, wo sie bis heute ein Ehrengrab hat.

Marie Cauer blieb zunächst in der ungeliebten Wohnung in der Keplerstraße und arbeitete unermüdlich weiter. Sie gab ihren Leitfaden für die berufsethische Erziehung in Krankenpflegeschulen neu heraus, verwaltete Anna Schiebers literarischen Nachlass und kümmerte sich um Neuauflagen ihrer Bücher.44 Außerdem sorgte sie dafür, dass das Haus in Degerloch, in dem die beiden fünfundzwanzig Jahre zusammengelebt hatten, wiederaufgebaut wurde. Sie konnte dort noch zwei produktive Jahre verbringen, bis Krankheit sie zwang, in ein Altersheim zu ziehen. Gegen diesen Umzug, der sie ihrer vielen Aufgaben entriss, weigerte sie sich bis zuletzt. Sie schrieb an ihre Nichte Annemarie; „Man kann mich doch nicht gegen meinen Willen in ein Altersheim bringen. …Ach, wenn doch bald die Erlösung von diesem aufgezwungenen Müßiggang käme, dieser Vergeudung von Zeit von jemandem, der nicht mehr viel zuzusetzen und noch so viel zu tun hat.“45 Als es nicht mehr anders ging, bezog sie am 1. Juni 1950 ein Zimmer im Altersheim Leonberg, wo sie am 19. Juni 1950 starb. Ihr Grab befindet sich auf dem Friedhof in Degerloch.

Heutiger Blick auf das Frauenpaar

Die Annäherung an Anna Schieber und Marie Cauer fällt heute nicht leicht. Zum Teil liegt das daran, dass es trotz einiger hier zitierter sehr guter biografischer Essays über Schieber bis heute keine umfangreiche wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Leben und Werk und eine daraus folgende kritische Würdigung der beiden Frauen gibt. Zum Teil sind uns aber auch ihre Überzeugungen und Werte heute fremd: ihr Nationalismus, ihre Betonung von „Volk“ und „Vaterland“ ist schwer erträglich, auch wenn sie wohl keine überzeugten Nationalsozialistinnen wurden. Ihre Hingabe an den „Dienst“, die Betonung des Erleidens und Duldens, des Verzichts und der Entsagung erscheinen als weibliche Selbstaufgabe, die feministische Wissenschaftlerinnen zurecht kritisiert haben und die sich mit heutigen Vorstellungen eines guten Lebens kaum vereinbaren lässt.

Anna Schiebers Sprachkunst „hat sich überlebt, sie war es eigentlich schon, als sie zu schreiben begann,“ urteilte ihre Biografin Marianne Pietsch bereits 1977 und fügte hinzu, ihre Sprache sei „oft prätentiös, zum Teil unerträglich lieb und süß.“46 Umso wünschenswerter wäre eine umfangreiche Untersuchung der Arbeits-, Lebens- und Liebesgemeinschaft, die die politischen Schriften, die Zeitungspublikationen, die Vorträge von Marie Cauer und Anna Schieber zusammenträgt, die verstreuten Nachlässe der beiden Frauen gemeinsam sichtet, und die das radikale Potential, das sich in ihrem Leben und Schreiben auch birgt, an die Oberfläche bringt.

Können wir uns die Beziehung der beiden Frauen als eine lesbische Liebesbeziehung vorstellen? Sie selbst haben sich mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht so verstanden. Liebe ist zwar ein zentrales Thema in Anna Schiebers literarischem Werk – ihr Erzählband „Und hätte der Liebe nicht“ war mit eine Auflage von 175.000 ihr erfolgreichstes Buch – erotische oder sexuelle Liebe beschreibt sie aber nie explizit, statt dessen ist die Liebe bei ihr barmherzig, pädagogisch oder religiös. Mit der homosexuellen Emanzipationsbewegung der Weimarer Republik kam das Paar wohl nicht in Berührung, es gibt auch keine Hinweise darauf, dass sie überhaupt mit der sexualwissenschaftlichen Kategorie „Homosexualität“ vertraut waren.

Die selbstverständliche Erwähnung der „Gefährtin“ in den Nachrufen für Marie Cauer zeigt, dass in der Partnerschaft der beiden Frauen nichts Anrüchiges gesehen wurde, sie also offensichtlich von Außenstehenden auch nicht als lesbisch wahrgenommen wurden. Lebensgemeinschaften zwischen Frauen waren bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts eine angesehene Lebensform, selten wurden in der Öffentlichkeit Überlegungen über eine mögliche sexuelle Beziehung der Partnerinnen angestellt – so lange „die Intimität der Beziehungen unausgesprochen blieb,“ wie die Historikerin Kirsten Plötz konstatiert.47 Für Marie Cauer und Anna Schieber gilt, was Biografinnen der Frauenrechtlerin Käthe Schirmacher vor kurzem dargelegt haben: „Weder in ihren noch in den Beziehungen anderer Frauenbewegungsaktivistinnen ist aus heutiger Perspektive der Anteil von körperlicher Zärtlichkeit und Sexualität nachweisbar. Ebensowenig lässt sich nachvollziehen, inwieweit die Beteiligten ihr Handeln als ‚sexuell‘ begriffen. Sexualität wies als Begriff und Konzept eine stark heterosexuelle Konnotation auf und stellte deshalb möglicherweise keinen Bezeichnungsrahmen für körperliche Begegnungen zwischen den Frauen dar.“48

Gleichzeitig spricht aus den Äußerungen beider Frauen eine große Emotionalität der Freundin gegenüber, die sich ja auch in der Bezeichnung „Liebesgemeinschaft“ widerspiegelt, die Freunde für das Paar fanden. Auch wenn sie also nicht als lesbische Vorfahrinnen deklariert werden können, bleibt ihre Geschichte doch die einer großen Liebe zwischen Frauen, eine Liebesgeschichte, die es lohnt, von Neuem erzählt zu werden.

Literaturverzeichnis

Zur Reform der Krankenpflege. Von einer Krankenhaus-Vorsteherin, in: Die Frauenbewegung 7. 1901, S. 145–146.

Ehrung von Frau Oberin Cauer. Eine Feierstunde der Deutsch-Demokratischen Partei Degerloch, in: Degerlocher Anzeiger und Filder-Rundschau, 13.1.1931, S. 4.

Persönliches aus Stuttgart, in: Stuttgarter Tagblatt, 31.12.1940.

Anna Schieber (1867-1945). Schwäbisch-christliche Volksliteratur und demokratische Bildung, in: Stadt Tübingen, Stabsstelle Gleichstellung und Integration (Hg.), Biografische Skizzen. Frauenbilder in der Tübinger Geschichte, Tübingen 2011.

Archiv des Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK), Nachlass Marie Cauer, Mappe 9, Gratulationsschreiben des württembergischen Innenministers für Marie Cauer.

Archiv des Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK), Nachlass Marie Cauer, Mappe 9, Anna Schieber wie ich sie erlebte.

Marie Cauer, Staat und Krankenpflege, in: Die Frauenbewegung 8. 1902, S. 34–35.

Archiv des Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK), Nachlass Marie Cauer, Mappe 9, Brief an die Nichte Annemarie Cauer.

Johanna Gehmacher u.a. (Hg.), Käthe Schirmacher: Agitation und autobiografische Praxis zwischen radikaler Frauenbewegung und völkischer Politik, Wien/Köln/Weimar 2018.

Geschichtswerkstatt Degerloch, Historischer Rundgang: Anna Schiebers Wohnhaus, Jahnstr. 23, unter: https://geschichtswerkstatt-degerloch.de/wp-content/uploads/2020/02/HP_25.jpg.

Christel Köhle-Hezinger, Versuch einer Spurensicherung. Anna Schieber, in: Esslinger Studien 18. 1979, S. 187–205.

Sarah Leicht, Anna Schieber (1867-1945): Eine Heimat für das Menschliche, in: Stephan Molitor (Hg.), Der „Schwäbische Dichterkreis“ von 1938 und seine Entnazifizierung. Begleitpublikation zu der Ausstellung des Staatsarchivs Ludwigsburg vom 5. Juni bis 6. September 2019, Stuttgart 2019, S. 84–88.

Therese Massing, Marie Cauer. Ein Lebensbild, in: Margarete Lungershausen u. Therese Massing (Hg.), Agnes Karll. Ihr Leben, Werk und Erbe, Hannover 1964, 88-110.

Archiv des Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK), Nachlass Marie Cauer, Mappe 9, Schreiben zur Verleihung des Ehrenzeichens für deutsche Volkspflege 3. Stufe an Marie Cauer.

Oberin Helene Blunck, Unserer lieben Oberin Marie Cauer zum Gedächtnis, in: Die Agnes-Karll-Schwester 4. 1950.

Sybille Oßwald-Bargende, Anna Schieber, in: Maria Magdalena Rückert (Hg.), Württembergische Biographien, Stuttgart 2006, S. 231–232.

Marianne Pietsch, Schieber, Anna. Dichterin. 1867-1945, in: Robert Uhland (Hg.), Lebensbilder aus Franken und Schwaben (= Bd. 13), Stuttgart 1977, S. 408–441.

Kirsten Plötz, Wo blieb die Bewegung lesbischer Trümmerfrauen?, in: Bundesstiftung Magnus Hirschfeld (Hg.), Forschung im Queerformat. Aktuelle Beiträge der LSBTI*-, Queer- und Geschlechterforschung, Bielefeld 2014, S. 71–86.

Maria Magdalena Rückert (Hg.), Württembergische Biographien, Stuttgart 2006.

Anna Schieber, Wachstum und Wandlung. Ein Lebensbuch 1935.

Stadtarchiv Tübingen, A 150 4823, Brief bzgl. Wohnungswechsel.

Sybil Gräfin Schönfeldt, Anna Schieber. Autorin meiner Kindheit, Stuttgart 1995.

Archiv des Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK), Nachlass Marie Cauer, Mappe 9, Gratulationsschreiben des Reichsministers des Innern an Frau Oberin Marie Cauer.

Biografische Skizzen. Frauenbilder in der Tübinger Geschichte, Tübingen 2011.

Stadtarchiv Tübingen, D 15/ZGS 1, 1 Schieber, Anna, Todesvermerk Anna Schieber.

Sybille Oßwald-Bargende, Anna Schieber, in: Maria Magdalena Rückert (Hg.), Württembergische Biographien, Stuttgart 2006, S. 230–232.

Robert Uhland (Hg.), Lebensbilder aus Franken und Schwaben (= Bd. 13), Stuttgart 1977.

Jürgen Wildner u. Laura Rasero, 25 Jahre Pflege in Sanremo, in: Pflegezeitschrift 66. 2013, S. 752–756.

Fußnoten

1 „Unserer lieben Oberin Marie Cauer zum Gedächtnis“, „Marie Cauer: Die Trauerfeier am Freitag, dem 23. Juni 1950 auf dem Pragfriedhof in Stuttgart“, „Gedenkstunde für Oberin Marie Cauer“, Die Agnes-Karll-Schwester, Jg. 4, Nr. 8, August 1950.

2 Sybille Oßwald-Bargende, Anna Schieber, in: Maria Magdalena Rückert (Hg.), Württembergische Biographien, Stuttgart 2006, S. 231–232, hier S. 231. Biografische Daten folgen Sybille Oßwald-Bargende, z.T. auch Christel Köhle-Hezinger: Christel Köhle-Hezinger, Versuch einer Spurensicherung. Anna Schieber, in: Esslinger Studien 18. 1979, S. 187–205.

3 Marianne Pietsch, Schieber, Anna. Dichterin. 1867-1945, in: Robert Uhland (Hg.), Lebensbilder aus Franken und Schwaben (= Bd. 13), Stuttgart 1977, S. 408–441.

4 Ebd., S. 418.

5 Sybil Gräfin Schönfeldt, Anna Schieber. Autorin meiner Kindheit, Stuttgart 1995, S. 33.

6 Anna Schieber, Wachstum und Wandlung. Ein Lebensbuch 1935, S. 90.

7 Ebd., S. 107–108.

8 Ebd.

9 Ebd., S. 122.

10 Ebd.

11 Ebd., S. 125–126.

12 Jürgen Wildner u. Laura Rasero, 25 Jahre Pflege in Sanremo, in: Pflegezeitschrift 66. 2013, S. 752–756, hier S. 752.

13 Therese Massing, Marie Cauer. Ein Lebensbild, in: Margarete Lungershausen u. Therese Massing (Hg.), Agnes Karll. Ihr Leben, Werk und Erbe, Hannover 1964, hier S. 88.

14 Zur Reform der Krankenpflege. Von einer Krankenhaus-Vorsteherin, in: Die Frauenbewegung 7. 1901, S. 145–146; Marie Cauer, Staat und Krankenpflege, in: Die Frauenbewegung 8. 1902, S. 34–35.

15 Therese Massing, Marie Cauer. Ein Lebensbild, in: Margarete Lungershausen u. Therese Massing (Hg.), Agnes Karll. Ihr Leben, Werk und Erbe, Hannover 1964, 88-110, hier 95.

16 Ebd., 96-97.

17 Schieber, S. 166.

18 Archiv des Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK), Nachlass Marie Cauer, Mappe 9, Anna Schieber wie ich sie erlebte.

19 Schieber, S. 233.

20 Archiv des Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK).

21 Geschichtswerkstatt Degerloch, Historischer Rundgang: Anna Schiebers Wohnhaus, Jahnstr. 23, unter: https://geschichtswerkstatt-degerloch.de/wp-content/uploads/2020/02/HP_25.jpg.

22 Schönfeldt, S. 40.

23 Ebd., S. 42.

24 Ebd., S. 43–44.

25 Ebd., S. 45.

26 Ehrung von Frau Oberin Cauer. Eine Feierstunde der Deutsch-Demokratischen Partei Degerloch, in: Degerlocher Anzeiger und Filder-Rundschau, 13.1.1931, S. 4.

27 Oßwald-Bargende, S. 232.

28 Schönfeldt, S. 46.

29 Massing, 102.

30 Sarah Leicht, Anna Schieber (1867-1945): Eine Heimat für das Menschliche, in: Stephan Molitor (Hg.), Der „Schwäbische Dichterkreis“ von 1938 und seine Entnazifizierung. Begleitpublikation zu der Ausstellung des Staatsarchivs Ludwigsburg vom 5. Juni bis 6. September 2019, Stuttgart 2019, S. 84–88, hier S. 84.

31 Ebd., S. 86.

32 Persönliches aus Stuttgart, in: Stuttgarter Tagblatt, 31.12.1940.

33 Archiv des Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK), Nachlass Marie Cauer, Mappe 9, Gratulationsschreiben des württembergischen Innenministers für Marie Cauer.

34 Archiv des Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK), Nachlass Marie Cauer, Mappe 9, Gratulationsschreiben des Reichsministers des Innern an Frau Oberin Marie Cauer.

35 Archiv des Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK), Nachlass Marie Cauer, Mappe 9, Schreiben zur Verleihung des Ehrenzeichens für deutsche Volkspflege 3. Stufe an Marie Cauer.

36 Ich danke Holle Welte für diesen Hinweis.

37 Stadtarchiv Tübingen, A 150 4823, Brief bzgl. Wohnungswechsel.

38 Stadtarchiv Tübingen, D 15/ZGS 1, 1 Schieber, Anna, Todesvermerk Anna Schieber.

39 Zuletzt formulierte Sarah Leicht vorsichtig: „Die Schriftstellerin schied im August [!] 1945 im Alter von 78 Jahren allem Anschein nach freiwillig aus dem Leben.“ Leicht, S. 87.

40 Pietsch, S. 438.

41 Zitat aus: Köhle-Hezinger, S. 198.

42 Archiv des Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK), Nachlass Marie Cauer, Mappe 9, Brief an die Nichte Annemarie Cauer.

43 Stadtarchiv Tübingen Siehe Fußnote.

44 Massing, 105.

45 Ebd., 107.

46 Petsch, S. 439.

47 Kirsten Plötz, Wo blieb die Bewegung lesbischer Trümmerfrauen?, in: Bundesstiftung Magnus Hirschfeld (Hg.), Forschung im Queerformat. Aktuelle Beiträge der LSBTI*-, Queer- und Geschlechterforschung, Bielefeld 2014, S. 71–86, hier S. 74.

48 Johanna Gehmacher u.a. (Hg.), Käthe Schirmacher: Agitation und autobiografische Praxis zwischen radikaler Frauenbewegung und völkischer Politik, Wien/Köln/Weimar 2018, S. 198–199.

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