Vortrag: Toni Simon: ein geschlechtlich und gesellschaftlich nonkonformes Leben

Toni Simon: ein geschlechtlich und gesellschaftlich nonkonformes Leben

Vortrag von Karl-Heinz Steinle im Museum Ludwigsburg

Do, 19. November 2026, 18:30 h, Eintritt nach eigenem Ermessen um Anmeldung wird gebeten

Der Vortrag ist eine Kooperation mit LISBERT Queer Ludwigsburg e. V. und findet statt im Rahmen der Queeren Kulturtage Ludwigsburg

Toni Simon, Fotocollage „Mein Leben im Bild“, zusammengestellt von Toni Simon zu ihrem*seinem 70. Geburtstag, Kornwestheim 1957, Schwules Museum Berlin, Sammlung „Kameradschaft die runde“

Toni Simon wurde 1887 in Lengenfeld unterm Stein in Thüringen geboren und starb 1979 in Ludwigsburg. Dem männlichen Geschlecht zugeordnet war Toni Simon verheiratet, Vater von fünf Kindern und bezeichnete sich als Transvestit. Mit ihrem öffentlichen aktivistischen Auftreten war Toni Simon auch immer selbst ein Politikum – eine willensstarke Person, die mit ihrer geschlechtlich und gesellschaftlich nonkonformen Lebensweise trotz staatlicher und gesellschaftlicher Bedrohungen und größter Gefährdung im Nationalsozialismus ge- und überlebt hat.

Das Ehepaar Simon führte ab Ende der 1920er Jahre das queere Cafe 4711 in Essen, deutschlandweit bekannt wurde Toni Simon durch die 1932 erschienene Broschüre „Mann oder Frau?“. 1937 wurde Toni Simon vom Sondergericht Stuttgart wegen „Heimtücke“ verurteilt, der Antrag auf Wiedergutmachung für die Haft in der Strafanstalt Rottenburg/Neckar, sowie für die anschliessende Schutzhaft im Polizeigefängnis und KZ Welzheim wurde abgelehnt.

1950 organisierte Toni Simon erste queere Zusammenkünfte in Stuttgart, hatte Kontakt zur „Kameradschaft die runde“ und besorgte noch im hohen Alter in Dänemark Erotik-Magazine, die in der BRD auf dem Index standen. Auf die Frage, ob die Enkel Opa oder Oma sagen, antwortete Simon: „Ha waisch, die saget halt oifach Toni“.

 

 

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