Freundinnen und Lebensgefährtinnen: Anna Schieber (1867-1945) und Marie Cauer (1861-1950)

Freundinnen und Lebensgefährtinnen: Anna Schieber (1867-1945) und Marie Cauer (1861-1950)

Von Andrea Rottmann, Historikerin und Kulturwissenschaftlerin, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt „Menschenrechte, queere Geschlechter und Sexualitäten seit den 1970er Jahren“ an der Freien Universität Berlin

Hinweis: Dieser Text entstand für das Forschungs- und Ausstellungsprojekt „Queer durch Tübingen“ und ist zuerst im Katalog zur Ausstellung erschienen, der hier erhältlich ist.

Als im Juni 1950 in Stuttgart-Leonberg die Pionierin der Krankenpflege Marie Cauer im Alter von 89 Jahren starb, fehlte in keinem Nachruf die Erinnerung an ihre „liebste Freundin“, die „treue Read More

Die „Single Ladies“ der frühen BRD

Mirijam Schmidt zum Internationalen Frauentag — Weltfrauentag — Internationalen Frauenkampftag am 8. März 2022

Mirijam Schmidt ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt „Alleinstehende Frauen“, „Freundinnen“, „Frauenliebende Frauen“ – Lesbische* Lebenswelten im deutschen Südwesten (ca. 1920er-1970er Jahre)“ im Kontext dessen ihre Dissertation „Die ‚Mutterfamilie‛ im Nationalsozialismus und der frühen BRD im Raum Baden und Württemberg“ (Arbeitstitel) entsteht. Der nachstehende Text wurde zuerst veröffentlich auf der Projektwebseite.

Zentralbild Klein Blg-Qu 11Mot. 10.3.1955 Werbung für Gebrauchsgeschirr, die sich explizit an (verheiratete) Hausfrauen richtet, aus dem Jahr 1955. Single-Frauen waren häufig von diesen hier dargestellten Treffen ausgeschlossen, das bedeutete aber nicht, dass diese „alleine“ waren und keine sozialen Kontakte pflegten. Link zur Lizenz: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_Bild_183-29410-0011,_Kaffeetafel,_Jenaer_Glas.jpg#filelinks

Die „Single Ladies“1 der frühen BRD. Auswirkungen des „Primats der Ehe“2 auf die soziale und intime Situation von ledigen Frauen Read More

Von Ausweisung, Aktfotografien und politischem Engagement: Der Homosexuellenaktivist Emil Scheifele

Von Ausweisung, Aktfotografien und politischem Engagement: Der Homosexuellenaktivist Emil Scheifele (Teil II)

Von Dr. Julia Noah Munier, Forschungsprojekt „Lebenswelten, Repression und Verfolgung von LSBTTIQ in Baden und Württemberg im Nationalsozialismus und der Bundesrepublik Deutschland„, Universität Stuttgart, Historisches Institut, Abtl. Neuere Geschichte.

Emil Robert Scheifele, Stuttgarter Homosexuellenaktivist der frühen Nachkriegszeit, wurde 1938, zu einem Zeitpunkt als die Verfolgung homosexueller Männer im NS-Deutschland stark zunahm, aus der Schweiz ausgewiesen. In der direkten Nachkriegszeit in Stuttgart lebend, begann Scheifele – zusammen mit Gleichgesinnten – sich für die Rechte homosexueller Read More

Wer war Emil Scheifele?

Julia Noah Munier zum heutigen Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie (IDAHOBIT)

Homophiles Engagement in der unmittelbaren Nachkriegszeit – wer war Emil Scheifele?

Er schrieb einen Brief an Konrad Adenauer, wollte schon 1947 vom Magistrat von Groß-Berlin wissen, wie es um die Abschaffung des § 175 bestellt war, kontaktierte Oberstaatsanwälte und hatte ein Netzwerk von Gleichgesinnten um sich: Der Stuttgarter Emil Scheifele. Wer war dieser Mann, den ein außergewöhnliches Engagement auszeichnet?1 Read More

Freiraum Evangelische Akademie Bad Boll

Freiraum Evangelische Akademie Bad Boll

Dr. Irmgard Ehlers, von 1986 bis 2018 Studienleiterin in der Evangelischen Akademie Bad Boll im Arbeitsbereich „Kommunalpolitik, öffentliche Verwaltung, Zivilgesellschaft“, zum 26. April 2021, dem Internationalen Tag der lesbischen Sichtbarkeit

Die Evangelische Akademie Bad Boll wurde im Herbst 1945 von der Evangelischen Landeskirche in Württemberg gegründet und ist bis heute die älteste und größte Evangelische Akademie in Deutschland und weltweit. Sie ist eine unselbstständige Bildungseinrichtung. Die Direktion wird vom Evangelischen Oberkirchenrat in Stuttgart berufen. Trotz der finanziellen und arbeitsrechtlichen Abhängigkeit verstehen sich Evangelische Akademien als Orte des Dialogs und der konstruktiven Streitkultur und beanspruchen gedanklichen und politischen Freiraum. Read More

Unzucht getrieben mit verdorbenen Subjekten der Großstadt

Auf den Spuren des Orientalisten und Religionslehrers Dr. Dr. h.c. Heinrich Seeger

Udo Rauch, Stadtarchivar von Tübingen, zum 27. Januar 2021, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus und International Holocaust Remembrance Day

Der Text entstand im Rahmen des Forschungs- und Ausstellungsprojekts „Queer durch Tübingen“ vom Stadtarchiv Tübingen in Kooperation mit dem Stadtmuseum Tübingen. Die hier vorliegende Fassung ist stark gekürzt, in seiner vollen Länge wird der Text im Katalog zur Ausstellung erscheinen, die im Herbst 2021 eröffnet wird. Read More

So „blieb mir nur der Weg des Inserats“ – die Bedeutung von Kontaktanzeigen in „Die Freundin“ für queere Menschen im deutschen Südwesten

Von Lisa Heiberger, Historikerin, Tübingen

Im Januar 1930 machten sich, vielleicht als Vorsatz für das Neue Jahr, zwei Berliner*innen auf die Suche nach einer Gefährtin, indem sie in der Zeitschrift Die Freundin. Wochenschrift für ideale Frauenfreundschaft (1924-1933) folgende Annoncen aufgaben: Read More

Der Architekt und sein Engel

Der Architekt und sein Engel

von Dr. Uwe Bresan

Chen Kuen Lee (1915-2003) war ein Ausnahme-Architekt: In der Nachkriegszeit baute er Villen und Landhäuser in der südwestdeutschen Provinz, die einem James Bond würdig gewesen wären. In den Medien wurde er damals als Hauskünstler und Architektur-Rastelli gefeiert. Und auf den Partys seiner vermögenden Bauherren war er ein gern gesehener Gast. Read More